Rügen von A bis Z

Jagdschloss Granitz-Baubeschreibung

Das Jagdschloss ist ein zweigeschossiger verputzter Backsteinbau über annähernd quadratischem Grundriss, mit vier runden Ecktürmen, einem 38 Meter hohen Mittelturm und einer apsisartigen Ausbuchtung an der Hinterfront. Über dem aus der Erde hervorragenden Findlingsfundament liegt der von Kellerfenstern durchbrochene, leicht geböschte glatte Sockel mit einfachem Abschlussprofil. die aufgehenden Wände mit Putzquaderung sind in Höhe der Sohlbänke der Obergeschossfenster von einem Kaffgesims umzogen. Die Traufe ist kaum betont, beträchtlich tiefer liegt ein Fries aus dicht gereihten flachen Konsolen; die Türme sind von kräftigen vorgekragten Zinnenkränzen bekrönt. Alle Fenster und das Portal sind rundbogig, mit profiliertem Gewände; in den Fensterbögen feinteiliges neugotisches Maßwerk; die Fenster des Mittelturmes und der obersten Eckturmgschosse sind schlichter; vor dem Portal eine Freitreppe. Flaches Pappdach. Die Räume im Erdgeschoss haben zum Teil gekachelte Wände und ornamentierte Stuckdecken, in einem Raum ein Kachelofen mit Jagdszenenrelief. Den östlichen Teil des Obergeschosses nimmt der sogenannte "Marmorsaal" ein, dessen Wände bis zu zwei Drittel der Gesamthöhe mit Edelholz und Marmor verkleidet sind. Die Saaldecke trägt Stuckkassetten, an der Westwand steht ein dreistöckiger Marmorkamin. Der Mittelturm steht frei in dem ehemaligen Hofraum, der Zwischenraum ist in jedem Geschoss zu einem ringsum laufenden Gang verwendet worden. Im Turminnern führt eine kreuzförmig angelegte Treppe mit Mittelpodest vom Umgang des Erdgeschosses. Darüber ist der Turm hohl, und an seiner Innenwand läuft in vier Windungen eine Wendeltreppe mit durchbrochenen gusseisernen Stufen bis zur Plattform. Die innere Einrichtung der Räume, die aus neuerer Zeit stammte, ist nicht mehr vorhanden.

 
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